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Ideen, Ideen, Ideen – Anregungen für Projekte

Auf der Angebotsebene: kostenloser Mittagstisch für Kinder; Hausaufgabenhilfe kombiniert mit Spiel- und Betreuungsangeboten (Lern- und Spielstuben); Ferien- und Freizeitangebote für Kinder aus sozialen Brennpunkten; Hausaufgabenhilfe und Sprachkurse für Kinder mit Migrationshintergrund; persönlichkeitsstärkende Angebote (Resilienzförderung) in den Kindertagesstätten; Sozialfonds und Spendenprojekte zur Finanzierung von Klassenfahrten; Konfirmanden/Konfirmandinnenfreizeiten aber auch Schulmaterial und Bücher; niedrigschwellige Angebote für Eltern mit ihren Kindern in den ersten Lebensjahren; Elternkurse zur Stärkung der Erziehungs- und Kommunikationskompetenzen; unterstützende Angebote für Alleinerziehende;  Angebote für die ganze Familie zur gemeinsamen Freizeitgestaltung; Kochkurse: Gesund und preiswert.

 

Auf der politischen Ebene: Vernetzung von Initiativen und Gruppen, runde Tische, regionale soziale Bündnisse, öffentliche Aktionen z.B. zum Thema Familie und Armut (15. Mai / Internationaler Familientag) und zum Thema Kinder und Armut (20. September / Weltkindertag).

 

 

Wie können Kirchengemeinden und Kindertagesstätten gemeinsam handeln?
 
Auch wenn es in einem reichen Land wie Deutschland kaum vorstellbar ist, so sind Kindertagesstätten oftmals der einzige Ort für manche Kinder, an dem sie eine warme und sättigende Mahlzeit erhalten. In vielen evangelischen Kindertagestätten wird daher auf eine ausgewogene Ernährung geachtet und täglich ein warmes Mittagessen zubereitet.
Kirchengemeinden können einkommensschwache Familien von der Zahlung des Verpflegungsgeldes für das Mittagessen freistellen oder in dieser Hinsicht mit der örtlichen Kommune verhandeln.  

In einigen Kindertagesstätten wird täglich ein gemeinsames Frühstück organisiert, damit  soziale Unterschiede nicht schon am Frühstückstisch spürbar werden und alle Kinder sich am Frühstücksbuffet bedienen können.
 
Kirchengemeinden können über Spendenkonten einen Sozialfonds einrichten, aus dem besondere Unternehmungen der Kindertagesstätten finanziert werden können. So können beispielsweise Theatervorstellungen und Museen besucht oder Ausflüge unternommen werden, ohne dass die Eltern mit einem Beitrag herangezogen werden.
 
Gemeindehäuser verfügen häufig über eine Küche. In Zusammenarbeit mit den Kindertagesstätten können Kochkurse mit und für Eltern angeboten werden, in denen die Zubereitung von einfachen, preiswerten und gesunden Gerichte auf dem Plan steht.

Im Rahmen der Lokalen Bündnisse für Familien kann die Netzwerkarbeit gefördert werden. Dies ist sinnvoll, um gemeinsam mit anderen Einrichtungen und Akteuren Projekte zu planen, die helfen die Lebenssituation von Familien zu verbessern. Da es häufig um Mulitproblemlagen geht, ist es gut, wenn sich die verschiedenen Anbieter mit ihren unterschiedlichen Kompetenzen ergänzen.

 

 

 

 

Schutzfaktoren in den Blick nehmen

 

Um den Folgen von Armut entgegenzuwirken, gilt es verstärkt die Schutzfaktoren in den Blick zu nehmen. Die persönlichen, die im Kind liegen; die sozialen, die in der Betreuungsumwelt des Kindes liegen sowie die sozialen Ressourcen innerhalb und außerhalb der Familie.

 

Zu den Schutzfaktoren zählt Gerda Holz vom Frankfurter Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik (ISS):

 

Individuelle Faktoren, z.B.:
Kognitive Ressourcen
Selbstsicherheit, Selbstachtung
Individuelle Kompetenzen
Interesse und Aufmerksamkeit

 

Familiale Faktoren, z.B.
Stabile und gute emotionale Beziehung zu Eltern
Positives Familienklima
Regelmäßige gemeinsame Familienaktivitäten
Frühe Eigenverantwortung, aber Eltern als „moralische Instanz“
Problemlösungskompetenz der Eltern
Gefühl der Eltern, ihre (Armuts-)Situation bewältigen zu können

 

Außerfamiliale Faktoren, z.B.
Unterstützung durch Dritte (Familie, Freunde, Nachbarschaft)
Erholungsräume für Kinder und Eltern
Vertraute Institutionen/Fachkräfte, die professionelle Hilfen eröffnen
Möglichkeit zum Erproben, Lernen und zur personalen Entwicklung von Kompetenzen
Früher Kita-Besuch
Schulische Integration
Schulische Förderung und Erfolge
Soziale Integration in Gleichaltrigengruppen

 

Quelle: Gerda Holz, Vortrag. „…und Du bist raus“, EFH-Reutlingen-Ludwigsburg, 5.12.06