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Armut hat viele Gesichter - immer mehr Kindergesichter

War vor fünf Jahren noch jedes zehnte Kind von Armut betroffen, so lebt heute schon jedes sechste Kind in Armut. Von mehr als 2,5 Millionen armen Kindern und Jugendlichen geht das Deutsche Kinderhilfswerk in seinem aktuellen Kinderreport Deutschland aus.

 

Hinter diesen Zahlen stehen Kinderschicksale, und diese rücken wir in den Mittelpunkt unserer Aktion. Wir wollen in unseren evangelischen Kirchengemeinden und Einrichtungen all den Kindern unsere Aufmerksamkeit schenken, die von Armut und Ausgrenzung betroffen sind. Kinder, deren Eltern das Mittagessen in der Kindertagesstätte oder die Klassenfahrt in der Schule nicht bezahlen können. Kinder, die im Winter mit Sandalen und zu dünnen Jacken in die Schule kommen. Aber auch Kinder, denen die Armut äußerlich nicht anzumerken ist und die dennoch von vielen Dingen, die in unserer Gesellschaft als normal gelten, ausgegrenzt sind.

 

Armut bleibt häufig unsichtbar, es ist die Rede von der neuen „verdeckten Armut“.  Betroffene Familien versuchen nach außen die „Normalität“ zu wahren, verschulden sich, um sich weiter das zu leisten, was vermeintlich zum gesellschaftlichen Status dazugehört. Sie verbergen ihre Situation aus Angst davor, stigmatisiert zu werden. Somit ist Armut äußerlich oft schwer zu erkennen.  Andererseits gibt es aber auch die Armut, die auffällt. Kinder kommen hungrig in die Schule oder in den Kindergarten ohne gefrühstückt zu haben. Sie sind den Jahreszeiten unangemessen gekleidet, häufiger krank oder zeigen Auffälligkeiten im Spiel- oder Sprachverhalten.

 

Armut zeigt sich nicht nur in der schlechten materiellen Versorgung. Kinder aus armen Familien sind in vieler Hinsicht benachteiligt. Ihnen fehlt es an sozialen Kontakten und Freizeitmöglichkeiten, sie haben Defizite im kulturellen Bereich und schlechtere Aussichten auf schulischen und beruflichen Erfolg. Armut geht einher mit geringeren Bildungschancen, mit Schulversagen, gesundheitlichen Beeinträchtigungen und seelischen Belastungen. Für die betroffenen Kinder und ihre Familien bedeutet Armut Ausgrenzung aufgrund von eingeschränkten Teilhabemöglichkeiten am gesellschaftlich-kulturellen Leben.

 

„Kinder aus unteren Herkunftsschichten“, so heißt es in der 1. World Vision Kinderstudie 2007, „beginnen von vornherein mit größeren Risiken und geringeren Teilhabemöglichkeiten als ihre Altersgenossen aus mittleren und höheren Schichten.“ Die schlechteren Startchancen „durchziehen und prägen den gesamten Alltag der Kinder“.

Damit auch diese Kinder ihre Potentiale so gut wie möglich entfalten können, braucht es vielseitige Unterstützung. Diese wollen wir mit der Aktion „Armut hat viele Gesichter – Gemeinsam aktiv für Kinder“ anstoßen und sichtbar machen.

 

 

Fragen, die uns bei der Aktion leiten:

Wie wird Armut von Kindern in unserem Umfeld bzw. Arbeitsfeld sichtbar?

Was bedeutet Armut und Ausgrenzung für die betroffenen Kinder und ihre Familien?

Welche Folgen hat Armut auf die Bereiche Bildung und Erziehung?

Wie können wir Kinder und ihre Familien unterstützen?

Wie können wir den Ursachen von Armut und ihren Folgen entgegenwirken?