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Abschied und Nachruf

Am 13. April ist unsere Mitarbeiterin Cornelia Rohloff verstorben. Wir vermissen sie und sind sehr traurig. Sie war uns eine liebenswerte und hochgeschätzte Kollegin. Am 22. April fand die Trauerfeier in der Evangelischen Petrusgemeinde statt.

 

Cornelia Rohloff arbeitete seit 1975 für die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau. Zuerst im Amt für Jugendarbeit und zuletzt im Fachbereich Erwachsenenbildung und Familienbildung im Zentrum Bildung der EKHN.

 

 

Abschiedsworte für Cornelia Rohloff
am 22. April 2010

 

Die Nachricht von Cornelia Rohloffs Tod hat uns im Zentrum Bildung erschüttert - auch wenn wir wussten, dass es ihr zunehmend schlechter ging, dass es keine Chance auf eine Genesung gab. Nun ist sie nicht mehr da. Ihr Büro, ihr Stuhl, der kleine Besprechungstisch… dort, wo sie alleine und mit anderen zusammen Ideen schmiedete, Fortbildungen plante, über die Zukunft des Zentrums Bildung diskutierte, dort, wo man sich mit ihr einfach mal so unterhalten konnte - all das wird nicht mehr sein und das macht uns traurig.

 

Glaube - Liebe - Hoffnung, liebe Ursula, Du hast diesen Bibeltext in Gedanken an Deine Freundin für uns ausgelegt und wir konnten Conni noch einmal in Facetten vor uns sehen, bevor wir uns nun ganz von ihr verabschieden müssen.

 

Unser Glaube kann in solchen Momenten ganz schön ins Wanken geraten. Der Glaube kann schwach werden. Aber Hoffnung hatten wir in den letzten drei Jahren immer wieder geschöpft, dass Conni wiederkäme, dass eine der vielen Therapien doch noch anschlagen würde und den Krebs wenigstens aufhalten könnte. Doch dann hat sich auch die letzte Hoffnung zerschlagen.

Cornelia Rohloff war trotz ihrer Krankheit im Zentrum Bildung immer präsent. Sie hatte bis zuletzt Interesse an ihrer Arbeit. Wenn es nur irgendwie ging, kam sie. Dabei hatte ich immer den Eindruck, dass ihr die Ideen nie ausgingen, was sie selbst oder wir im Zentrum Bildung alles machen könnten. Für ihre Veranstaltungen mussten Wartelisten erstellt werden, sie hatte ein unglaublich gutes Gespür für aktuelle Themen und vor allem auch für geeignete Referentinnen und Referenten.

 

Cornelia Rohloff ist seit März 1975 bei der EKHN angestellt. Sie trat damals eine Stelle als Jugendbildungsreferentin an. Es ist noch gar nicht so lange her, als Cornelia in einer kleinen Runde begeistert und mit blitzenden Augen von dieser Zeit erzählte. Bildung von jungen Menschen kann nicht gemessen werden, so etwa schrieb sie vor über 20 Jahren in einem Positionspapier, aber wir können als Kirche Impulse setzten, damit Jugendliche selbstbestimmt Antworten finden und sich politisch engagieren. Für sie hatte Jugendarbeit ganz eindeutig einen politischen Impetus. Es ging ihr um Themen wie Jugendarbeitslosigkeit, Frieden und Gerechtigkeit, Ökologie usw.

 

Ja, Cornelia war eine streitbare Frau, die sich immer engagiert einbrachte. Davon haben die Arbeitsbereiche sowie die Kolleginnen und Kollegen profitiert. Sie hat mit ihren Überlegungen nicht hinter dem Berg gehalten, selbst wenn diese kritisch waren. Das besondere war, dass es ihr gelang, dabei konstruktiv und nicht verletzend zu sein. Man konnte ihre Kritik gut annehmen, weil sie glaubhaft und gut durchdacht war – oft auch mit einer gehörigen Portion Humor und Weisheit versehen.

 

35 Jahre hat Cornelia Rohloff für die EKHN gearbeitet, davon viele Jahre in der Jugendarbeit. 1992 übernahm sie eine Schwangerschaftsvertretung in der Erwachsenenbildung, kehrte danach wieder ins Amt für Jugendarbeit zurück, bis sie sich 2001 im Zentrum Bildung erneut für den Bereich der Erwachsenenbildung bewarb. Sie wolle den Identitätsprozess im Arbeitszentrum mit den unterschiedlichen Abteilungen unterstützen, so ihre Bewerbung. Ich kann nur sagen: Ja, das hat sie, und zwar in ihrer klugen und weitsichtigen Art. Ich persönlich bin Cornelia für ihre Unterstützung sehr dankbar. Sie war mir eine sehr hilfreiche Beraterin in vielen Fragen. Und ich denke, ich kann stellvertretend für die Kolleginnen und Kollegen im Zentrum Bildung sagen, dass wir mit Cornelia eine wunderbare Kollegin verlieren, die uns fehlen wird. Ich möchte Danke sagen für alles, was Cornelia Rohloff für unsere Kirche getan hat.

 

Einige von uns kennen Cornelia schon lange und für manche ist sie nicht nur Kollegin, sondern auch Freundin und Weggefährtin. Das merken wir, wenn wir, wie in den letzten Tagen, unsere Erinnerungen an sie austauschen. Ich selbst habe die Zettelchen mit den Sprüchen vor Augen, die sie sich als Motto immer aufgehängt hat. Ich denke daran, wie wir gelacht haben, aber auch die ernsten Momente möchte ich nicht missen. Es war eine reiche, eine gesegnete Zeit mit Conni.

 

22. April 2010
Pfarrerin Martina Klein



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