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1. Was macht Evangelische Bildung aus?

Wie alle Bildungsträger ist Kirche mit gesellschaftlichen Herausforderungen konfrontiert. Sie nimmt sich diesen in besonderer Weise an.

 

Evangelische Bildung thematisiert die Grundlagen menschlichen Lebens in der säkularen Welt: Welchen Sinn hat mein Leben? Was ist wichtig? Wofür stehe ich? Sie stellt die kleinen und großen Fragen des Menschseins und ermutigt zu einer verantwortlichen Lebensgestaltung.

 

Evangelische Bildung schafft Räume, in denen sich Interessierte am gesellschaftlichen und religiösen Diskurs beteiligen können. Sie macht die Positionen der Evangelischen Kirche deutlich, geht in Dialog und leistet einen evangelischen Beitrag zur Entwicklung der Zivilgesellschaft.

 

Evangelische Bildung greift nicht nur Trend-Themen auf. Sie verschafft den an den Rand gedrängten Menschen Respekt und den tabuisierten Themen Aufmerksamkeit. Sie sorgt dafür, dass die Endlichkeit menschlichen Lebens nicht aus dem Blick gerät.

 

Evangelische Bildung arbeitet subjektorientiert und stößt mit ihrem Angebot einen Lern- und Entwicklungsprozess an. Die Teilnehmenden werden als mündige Menschen angesprochen, die das Bildungsangebot in ihrem Sinne nutzen und verarbeiten. Für ihren eigenen Lerngewinn sind sie selbst verantwortlich.

 

Evangelische Bildung folgt im Wissen, dass es auf Erden keine eindeutige, allzeit gültige Wahrheit gibt, einem dialogischen Grundprinzip. Auf der gemeinsamen Suche nach der Wahrheit haben Meinung und Gegenmeinung in einer Kultur des Disputs einen legitimen Raum .

 

Evangelische Erwachsenenbildung ist - von diesem Kernverständnis ausgehend – offen für die Zusammenarbeit mit anderen Bildungsträgern. Sie grenzt sich ab von:

  • „Bildung als Unterricht“. Die Bildungssituation wird auf Augenhöhe mit den Lernenden gestaltet.
  • „Bildung als Anpassung“. Es geht nicht um eine unreflektierte Qualifizierung für die Erfordernisse von Wirtschaft und Arbeitswelt.
  • „Bildung als Mission“. Evangelische Bildung trägt dazu bei, dass Menschen Zugang zu christlichen Glaubensinhalten finden. Dabei steht die Kommunikation des Evangeliums im Mittelpunkt und nicht die Verkündigung. Denn Glaube an sich kann kein Bildungsziel sein.

 

Jörg Engelmann

 

Kirche und Bildung - Orientierungshilfe des Rates der EKD (2009)

Maße des Menschlichen – EKD-Denkschrift (2003)

Bildung — eine Aufgabe von Kirche (Werner Zager / 2003)